DFV Pressemitteilung
Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) warnt vor dem Betreten
nicht freigegebener Eisflächen: „Trotz der aktuellen Minusgrade
sind viele Eisflächen noch zu dünn; es droht Einbruchgefahr“,
erklärt DFV-Vizepräsident Ralf Ackermann. Auch der Frost der
letzten Tage garantiert nicht, dass die Eisdecke auf Seen oder Flüssen
tragfähig ist. „Betreten Sie nur Flächen, die freigegeben
wurden!“, appelliert Ackermann. Besonders Kinder lassen sich von
den glitzernden Eisflächen zu unvorsichtigem Verhalten verleiten.
Für den sicheren Ausflug sollten einige Tipps der
Feuerwehren beachtet werden:
• Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst. Kindern müssen
die Gefahren erklärt werden.
• Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis – bei einem
Unfall kann es sonst sein, dass niemand Hilfe holen kann.
• Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise
Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. Wenn Sie bereits
auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere
Fläche zu verteilen, zum Ufer robben (möglichst wenig ruckartige
Bewegungen).
• Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf 112
Hilfe bzw. organisieren Sie, dass jemand einen Notruf absetzt! Vor allem
bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser an einer markanten
Wegkreuzung die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern.
• Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter
Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten; auch an Ein- und Ausflüssen
kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen
kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr!
„Innerhalb weniger Minuten in rund drei bis vier Grad kaltem Wasser
erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, die eingebrochene Person
geht unter“, erklärt Ackermann. Der Feuerwehrverband gibt folgende
Tipps zum Verhalten im Unglücksfall:
• Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig
am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht,
kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei
schlagen.
• Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung
beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinaus wagen.
• Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür
eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden,
um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen
Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage
oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch
an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.
• Gerettete in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen,
vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee
abreiben.
• Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst
warmen Tee reichen.
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