»Bruderhaus in Flammen«

Pressebericht

Mit Martinshorn und Blaulicht waren am Dienstagabend die Einsatzfahrzeuge der Licher Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Richtung Asklepios-Klinik unterwegs.

Wie schon bald allen klar war, handelte es sich um eine Übung, deren Zeitpunkt und Details den Einsatzkräften nicht bekannt waren. Der Einsatz sollte möglichst realistisch ablaufen, erläuterte Stadtbrandinspektor (SBI) Marco Römer. Er hatte die Übung gemeinsam mit Michael Pieck, dem Technischen Leiter der Klinik, geplant und vorbereitet. Die Zusammenarbeit von Feuerwehr, DRK und Klinik-Einsatzleitung sollte erprobt und geübt werden, damit im Ernstfall ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Hans-Joachim Haaf vom Katastrophenschutz des Landkreises Gießen war als Beobachter zugegen. Als Szenario war die Verpuffung bei Abrissarbeiten in einem Nebengebäude (dem sogenannten Bruderhaus) angenommen und realistisch vorbereitet worden. Nach der Verpuffung stand das Gebäude in Brand. Sechs Bauarbeiter, die von den Schülern des Bildungszentrums der Klinik gestellt wurden, galten als vermisst. Eine dramatische Situation, die Verantwortliche und Einsatzkräfte gleichermaßen forderte.

Alle »Verletzten« in Sicherheit

Nach dem Auslösen der Brandmeldeanlage gegen 18 Uhr ging der Alarm. Zeitgleich meldete sich der »Piepser« der Licher Einsatzkräfte und zeigte den Brandmelderalarm in der Goethestraße 4 an. Kurze Zeit später trafen das Einsatzleitfahrzeug und die ersten Löschfahrzeuge an der Klinik ein. Nach Einweisung durch den Einsatzleiter konnten die Rettung der Menschen und die Brandbekämpfung beginnen. Inzwischen waren auch die Licher Stadttteilfeuerwehren alarmiert worden und in der Klinik eingetroffen. Die Einsatzleitung der Asklepios-Klinik mit Geschäftsführer Uwe List, dem ärztlichen Direktor PD Dr. Thilo Schwandner, Dr. Mario Myny, Dr. Andreas Klein, Hans-Joachim Haas vom Landkreis Gießen und Michael Pieck koordinierte die Maßnahmen. So war zu erfahren, dass von den sechs vermissten Personen inzwischen vier in der Notaufnahme angekommen waren. Kurz darauf wurden die letzten beiden – nahezu unversehrt – gefunden und das Feuer als gelöscht gemeldet.

Bis dahin konnte für Außenstehende das Geschehen an der Unglücksstelle als Chaos empfunden werden. Feuerwehrschläuche, Atemschutzgeräte, Feuerwehrleute mit und ohne Geräte, verschiedene weitere Feuerwehrgeräte und Lichtmasten waren aufgebaut. Auch die Drehleiter war zur Eigensicherung eingesetzt. Hier erklärte Abschnittsleiter Holger Merle, im Falle einer weiteren Verpuffung hätten die im Gebäude eingesetzten Kräfte über das Dach und die Drehleiter oder über die auf der Rückseite des Gebäudes bereitstehenden Helfer mit Steckleiter einen zweiten Rettungsweg offen. Die Überwachung eines bei der Übung eingesetzten Atemschutzgerätetrupps oblag Christian Römer. Er war dafür verantwortlich, dass niemand länger als zulässig im Gebäude eingesetzt war und im Falle eines Unfalls (beispielsweise Bewusstlosigkeit) durch einen weiteren Trupp hätte gerettet werden können. Die Atemschutzgeräteträger haben an ihrer Schutzkleider einen sogenannten »Totmannmelder«, der bei Bewegungslosigkeit ein akustisches und ein LED-Signal auslöst sowie den Überwacher mittels eines Signals über die Gefahr informiert.

Vor Ort und in Bereitschaft waren zwölf Feuerwehrfahrzeuge, davon vier aus den Stadtteilen und zwei Fahrzeuge des DRK-Ortsverbandes. Insgesamt waren bei der Übung 36 Einsatzkräfte (davon sechs DRK-Angehörige) vor Ort. Übungsleiter waren Marco Römer und Marco Hahn.

Bild- und Textquelle: Online-Ausgabe der Gießener Allgemeinen vom 20.02.2019

Die Freiwillige Feuerwehr Lich-Kernstadt nahm an der Übung mit den Fahrzeugen ELW 1 (Florian Lich 1/11), HLF 20/16 (Florian Lich 1/46), StLF 20/25 (Florian Lich 1/22) und DLK 23/12 (Florian Lich 1/30) teil.


Bildquelle: Online-Ausgabe des Gießener Anzeigers vom 21.02.2019

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