Übung in Eberstadt - Anspruchsvolles Szenario

Eberstadt (-). Eine Großübung fand am Sonntag in Eberstadt zum »Tag der Feuerwehr« statt; beteiligt waren Feuerwehren der Städte Lich und Münzenberg sowie die Eberstädter Feuerwehr und die DRK-Bereitschaft Lich.

Mitglieder der Jugendfeuerwehr Eberstadt wirkten als »Opfer« mit. Übungsobjekt war das Anwesen der Diehl Landhandel GmbH, das mit seinen verwinkelten Gebäuden und den hohen Silos ein anspruchsvolles Szenario ermöglichte.

Als um Punkt 9.30 Uhr die Sirenen in Eberstadt heulten, hatten sich schon viele Ortsbürger in der Wiesenstraße eingefunden, um zu erleben, wie fit ihre Feuerwehr ist. Kurz darauf trafen die ersten Löschfahrzeuge an der Brandstelle ein. Der angenommene Übungsverlauf ging von einem Brand an einer Motorhalterung nach Schweißarbeiten im ersten Obergeschoss aus. Da in dem Objekt allerdings keine Feuerlöscher vorhanden waren, konnte sich der angebliche Brand über den Holzdielenboden schnell ausbreiten. Arbeiter versuchten, das Feuer zu löschen – allerdings vergebens.

Insgesamt 64 Helfer im Einsatz

Aufgrund von Reparatur- und Wartungsarbeiten an den Förder- und Lagereinrichtungen befanden sich mehrere Monteure im Gebäude. Zwei von ihnen retteten sich schwer verletzt vom zweiten in den ersten Stock. Zwei Arbeiter stürzten, als sie sich vom vierten Stock nach unten retten wollten, und zogen sich Brüche und Rauchvergiftungen zu. Zwei weiteren Arbeitern war im obersten Geschoss aufgrund der starken Rauchentwicklung der Fluchtweg abgeschnitten. Sie wurden über die Drehleiter der Licher Wehr »gerettet« und den Helfern des DRK übergeben. DRK-Bereitschaftsleiter Mario Brandel hatte inzwischen mit seinen Helfern einen behelfsmäßigen Betreuungsplatz aufgebaut und versorgte dort die Opfer. Eberstadts Wehrführ André Schäfer, der die Einsatzleitung hatte, zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden, zumal die Zusammenarbeit mit den Nachbarfeuerwehren klappte.

Diese waren zunächst in ihre Bereitstellungsräume an den beiden Ortseingängen von Eberstadt gefahren. Von dort wurde jede Einheit per Funk zu ihrem Einsatzort dirigiert, wie Miriam Döll von der Einsatzleitung erklärte. Es sei hilfreich gewesen, dass Feuerwehrleute aus der Eberstädter Einsatzabteilung bei der Firma Diehl beschäftigt und mit den Örtlichkeiten vertraut seien, fuhr sie fort. Im Einsatzleitwagen sei man gut ausgerüstet. So gebe es für große oder »Sondergebäude« eine Akte mit Lagekarten und besonderen Gefährdungshinweisen sowie Schlüssel von Eingangstüren. Außerdem habe man digitale Verbindungen über den Bordcomputer. Insgesamt waren 50 Einsätzkräfte der Feuerwehren und 14 Kräfte des DRK vor Ort.

Bild (oben)- und Textquelle: Online-Ausgabe der Gießener Allgemeinen vom 17. September 2018

Bildquelle (unten): Online-Ausgabe des Gießener Anzeigers vom 17. September 2018

Die Freiwillige Feuerwehr Lich-Kernstadt nahm an der Übung mit den Fahrzeugen ELW 1 (Florian Lich 1/11), TLF 16/25 (Florian Lich 1/22) und DLK 23/12 (Florian Lich 1/30) und zehn Feuerwehrkräften teil.

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