Lich (nab). Lich steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Feuerwehr: Im August wird mit einem Festwochenende das 150jährige Bestehen der Licher Feuerwehr sowie das 80jährige Bestehen des Kreisfeuerwehrverbandes gefeiert. Und nun gibt es ein weiteres Ereignis: Am Sonntag, dem 28. Juni, wird wieder ein Festzug mit historischen Feuerwehrautos durch den Landkreis fahren.

„Bisher haben sich 92 Fahrzeuge angemeldet“, berichtet Sebastian Moos vom Verein historische Feuerwehrtechnik Gießen, als die Verantwortlichen vor dem Rathaus das Projekt vorstellten. „Fahrzeuge aus allen Dekaden sind dabei, auch Youngtimer, die bis vor kurzem noch im Einsatz waren.

Das älteste Fahrzeug stammt aus Nidda, es ist grün und von 1941 und damit ein Jahr älter das sogenannte Leichte Löschfahrzeug, das der Licher Feuerwehr gehört. „Das größte Fahrzeug ist eine Leiterbühne von der Freiwilligen Feuerwehr in Neu-Isenburg“, so Moos.

Thomas Nürnberger vom Verein historische Feuerwehrtechnik ging auf die Wegstrecke ein: Start ist um 10:00 Uhr am Carl-Benz-Ring in Lich. Von dort geht es über die Hungener Straße durch die Altstadt und vor dem Rathaus werden die einzelnen Fahrzeuge vorgestellt. Danach führt die Strecke über Langsdorf, Hungen, Villingen und Ruppertsburg nach Laubach.

Von dort geht es über Münster, das Münsterer Kreuz nach Grünberg (Ankunft ca. 11:00 Uhr) mit den darauffolgenden Stationen Beltershain, Geilshausen, Odenhausen, Kesselbach und Londorf nach Allendorf/Lumda, Treis, Staufenberg und Lollar. Zurück über die Marburger Straße in Gießen (ca. 12:10 Uhr) nach Alten Buseck, Großen Buseck und Oppenrod geht es weiter nach Burkhardsfelden, Albach und Steinbach wieder nach Lich zum Ausgangspunkt.

„Da es das letzte Mal zu Verzögerungen kam, kann man sich über einen WhatsApp-Kanal des Vereins über die aktuellen Ankunftszeiten der Fahrzeuge informieren“ kündigte Moos an. Die Organisatoren freuen sich über viele Teilnehmer an der Wegstrecke. „Meist haben die örtlichen Feuerwehren in den jeweiligen Orten kleine Stationen aufgebaut“, berichtet Nürnberger. Nach der Rundfahrt kehren die Fahrzeuge wieder nach Lich zurück und können dort aus nächster Nähe besichtigt werden. „Das ist eine tolle Gelegenheit, mit den Feuerwehren ins Gespräch zu kommen und sich über ihre Arbeit zu informieren“, sagt Roland Kraus vom Kreisfeuerwehrverband. Er findet es auch schön, die alte Technik zu zeigen, die seinerzeit bestens funktioniert hat und, weil sie analog war, auch meist leicht zu reparieren war.

Lichs Bürgermeister Dr. Julien Neubert würdigt die Leistung der Brandschützer, die sich nicht nur für den Schutz der Bevölkerung einsetzen, sondern auch für die Brauchstumpflege, wenn sie sich um die historischen Fahrzeuge kümmern. Allein in Lich hat das Team 4.360 Stunden für die Restaurierung ihres Oldtimers investiert. Entstanden war die Aktion aus der Coronazeit heraus. „Damals haben wir gedacht, wenn die Leute nicht zu uns kommen können, gehen wir zu den Leuten“ erinnert sich Moos. Der erste kleine Fahrzeugcorso 2020 kam bestens an. Ein Jahr später fand schon der erste große Umzug mit mehr als 90 Fahrzeugen statt. – Besitzer historischer Feuerwehrfahrzeuge sowie Einsatzfahrzeuge ab einem Alter von 25 Jahren können sich zur Teilnahme anmelden. Die Anmeldung und Koordination erfolgen über das Netzwerk Historische Feuerwehrtechnik Landkreis Gießen.

Bild- und Textquelle: Printausgabe des Licher Wochenblatts vom 25. Juni 2026

150 Jahre Licher Feuerwehr